Grabstein von Katharina Kinau

Als Katharina Kinau, die jüngste Schwester der Dichter Johann (Gorch Fock), Jakob und Rudolf Kinau, 1988 starb, war es ihr Wunsch, das Elternhaus am Neßdeich 6 im Andenken an ihre Familie zu bewahren. Zu diesem Zweck vererbte sie das Haus an Werner Marquart in seiner Funktion als 1. Vorsitzender der Heimatvereinigung Finkenwerder. Werner Marquart versprach Katharina, das Haus zu erhalten und zu pflegen und es als Museum für interessierte Menschen zugänglich zu machen. Die Heimatvereinigung Finkenwerder nimmt dieses Erbe sehr ernst.

In diesem Zusammenhang bekam Werner Marquart aber auch die Verantwortung und das Verfügungsrecht für das Grab von Katharina Kinau, in dem auch die Kinau-Eltern und der bereits 1893 im Alter von 10 Jahren verstorbene Bruder Heinrich beigesetzt waren. Das Grab lag auf dem alten Finkenwerder Friedhof nahe der alten Schmiede sehr abseits und es wussten wohl nur wenige Menschen, wo diese Grabstätte zu finden war.

Zum Jahresende 2013 lief die Ruhezeit aus und der 20141102_163940-GedenksteinVorstand der Heimatvereinigung Finkenwerder beriet über das weitere Vorgehen. Ziel war es, den Grabstein, auf dem sich auch ein Gedenken für Gorch Fock befindet, zu erhalten und möglichst so zu platzieren, dass interessierte Menschen ihn besuchen können. Als Vorstandsmitglied nahm die Tochter von Werner Marquart, Corinna Marquart, stellvertretend Gespräche mit der Pastorin Anja Blös und dem Kirchenvorstand Dirk Meier auf. Gemeinsam wurde nach einen Standort für den Grabstein gesucht mit dem Ergebnis, dass die Kirche der Heimatvereinigung einen Platz auf dem Lüneburger Karkhoff zur Verfügung stellte.

Der Stein wurde also vom Finkenwerder Steinmetzbetrieb Heldt auf dem Alten Friedhof abgebaut und wunderbar gereinigt und aufgearbeitet. Firma Heldt machte dabei nicht nur gute Arbeit und einen guten Preis, sondern spendete auch noch eine große Steinplatte, die am neuen Standort als Sockel dient und Platz für Grablichter und Vasen bietet. So wurde aus dem Grabstein nun eigentlich ein Gedenkstein für die Familie Kinau, die für Finkenwerder in vielerlei Hinsicht unvergesslich bleibt.

Der Vorstand der Heimatvereinigung ist sehr froh über diese Lösung und ist der Kirchengemeinde St. Nikolai, Anja Blös, Dirk Meier und Firma Heldt sehr dankbar für die Unterstützung. Es wäre schön, wenn nun viele Menschen aus Finkenwerder und von „Butenland“ die Gelegenheit nutzen, um sich den Stein der Familie Kinau auf dem Karkhoff anzuschauen.

Corinna Marquart